Viele beschichtete Pfannen geraten wegen möglicher Schadstoffe in die Kritik. Ein umfangreicher Vergleichstest soll nun für mehr Orientierung in deutschen Küchen sorgen.
Ein angesehenes Verbrauchermagazin unterzog zehn verbreitete Antihaft-Pfannen einem anspruchsvollen Labortest. Dabei prüften die Fachleute neben Bratergebnis und Bedienkomfort auch die mögliche Belastung mit bedenklichen Chemikalien. Überraschend deutlich setzte sich am Ende ein Tefal-Modell durch – mit einem Ergebnis, das sogar die Tester beeindruckte.
Warum Antihaft-Pfannen derzeit in der Kritik stehen
Lange Zeit galten Antihaft-Pfannen als praktische Helfer im Küchenalltag: Sie benötigen wenig Fett, Speisereste brennen kaum an und die Reinigung geht schnell von der Hand. Gleichzeitig sind die Sorgen über sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) gewachsen, die bei zahlreichen Beschichtungen oder in einzelnen Produktionsschritten eingesetzt werden.
Besondere Aufmerksamkeit erhält PTFE, das vor allem unter dem Markennamen Teflon bekannt ist. Der Stoff bewirkt, dass etwa Spiegeleier leicht aus der Pfanne rutschen. Über viele Jahrzehnte wurde PTFE häufig mit PFOA verknüpft, einer inzwischen in der EU verbotenen PFAS-Verbindung. Zwar verwenden Hersteller schon seit Längerem andere Substanzen, das Misstrauen vieler Menschen ist jedoch geblieben.
An diesem Punkt setzt der neue Test an: Die Redaktion wollte klären, wie sicher heutige Antihaft-Pfannen tatsächlich sind, welche Stoffe möglicherweise freigesetzt werden und wie widerstandsfähig die Beschichtungen im täglichen Einsatz bleiben.
So wurden die Antihaft-Pfannen im Test belastet
Zehn Antihaft-Pfannen mussten im Labor ein intensives Prüfprogramm durchlaufen, das eine Nutzung über mehrere Jahre nachbilden sollte. Im Zentrum der Untersuchung standen mögliche Schadstoffe, die Haltbarkeit der Beschichtung und die Kochleistung.
- Schadstoffanalyse: Gezielt suchte das Labor nach 36 Substanzen, darunter verschiedene PFAS-Verbindungen.
- Abriebtest: Wiederholte Abriebzyklen bildeten eine intensive Verwendung sowie die Alterung des Belags nach.
- Praxisnahe Bratversuche: Unter gleichen Bedingungen mussten die Pfannen unter anderem Crêpes ausbacken.
Die positive Nachricht: Keine der geprüften Pfannen überschritt die gesetzlich zulässigen Grenzwerte. Dennoch wiesen die Labore bei mehreren Modellen Spuren von 6:2 FTS nach. Diese PFAS-Verbindung kann nach Angaben von Umweltmedizinern Organe belasten. Zu den betroffenen Marken gehörten unter anderem Cristel, Le Creuset, Zuofeng, Aubecq und Greenpan.
Auch die Kennzeichnung sorgte für Diskussionen: Nach Angaben der Tester machten zwei Hersteller irreführende Aussagen über eine angebliche PFAS-Freiheit. Aus Sicht der Prüfer stimmten die Werbeversprechen nicht mit den Laborbefunden überein.
Abriebtest: Wenn die Beschichtung nachlässt
Bei der Abriebprüfung traten klare Unterschiede zwischen den Modellen zutage. Manche Pfannen verloren ihren schützenden Belag relativ schnell. Beka, Aubecq, Zanetti sowie ein Modell für den professionellen Einsatz schnitten bei der simulierten Abnutzung schwach ab.
Zwischen den Belastungsphasen ließen die Prüfer regelmäßig Crêpes in den Pfannen gleiten. Auf diese Weise wurde sichtbar, wie dauerhaft die Antihaftwirkung unter Alltagsbedingungen ist. Bei zwei Testkandidaten war nach etwa 2.500 Zyklen bereits Metall zu erkennen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Pfanne im normalen Gebrauch nicht mehr lange verwendet werden sollte.
Für die Gesamtnote flossen mehrere Kriterien zusammen:
- Antihaftwirkung und Wärmeverteilung (60 %)
- Ergonomie und Handhabung (10 %)
- Abgabe unerwünschter Stoffe in die Speisen (30 %)
Tefal Excellence gewinnt mit 17,5 von 20 Punkten
Den ersten Rang im Vergleich belegte die Tefal Excellence. Mit 17,5 von 20 möglichen Punkten setzte sie sich klar von vielen deutlich teureren Wettbewerbern ab. Die Pfanne mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern kostet im Handel ungefähr 52 Euro und richtet sich eindeutig an Haushalte, die ihre Pfanne jeden Tag einsetzen.
Die Tester loben bei der Tefal Excellence ein umfangreiches Gesamtpaket aus starker Antihaftleistung, robustem Belag und Laborwerten ohne nachweisbare PFAS.
Zu den wichtigsten Vorteilen der Testsiegerin zählen:
- Keine nachweisbaren PFAS: Im Labor ließen sich keine messbaren Spuren dieser Chemikalien feststellen.
- Hohe Abriebfestigkeit: Die Beschichtung hielt den nachgestellten Verschleißzyklen wesentlich besser stand als die vieler Konkurrenten.
- Stabile Antihaftwirkung: Selbst nach zahlreichen Belastungsrunden ließen sich Speisen weiterhin nahezu ohne Rückstände lösen.
- Gute Hitzeresistenz: Die Pfanne verformt sich nicht und verteilt die Wärme gleichmäßig.
Die Tester bewerten die Tefal Excellence als vielseitige Allround-Pfanne. Ob Steak anbraten, Crêpes ausbacken, Rührei zubereiten oder Gemüse schmoren: In den Versuchen funktionierte alles problemlos und mit wenig oder sogar ohne Fett.
Andere Marken im Vergleichstest
Den zweiten Platz erreichte überraschend ein preiswertes Modell aus dem Möbelhaus: Die Ikea Hemkomst erzielte 17 von 20 Punkten. Mit einem Preis von etwa 20 Euro überzeugte sie insbesondere beim Ausbacken von Pfannkuchen. Für preisbewusste Käufer ist sie daher eine interessante Alternative.
Mit knapp 95 Euro ist die Cristel Excelliss+ deutlich kostspieliger. Im Test kam sie auf 15,8 Punkte. Die Pfanne liefert zwar solide Ergebnisse, ihr Preis-Leistungs-Verhältnis fällt gegenüber dem Spitzenmodell jedoch klar schwächer aus.
Am unteren Ende der Rangliste finden sich die Beka Mandala und die Zanetti Pietra Rara. Beide Modelle landeten mit 5,8 beziehungsweise 7,8 Punkten im hinteren Feld. Insbesondere der Nachweis mehrerer PFAS-Verbindungen – bei Beka waren es sogar fünf verschiedene – führte im Labor zu Stirnrunzeln.
| Marke / Modell | Note | Preis (ca.) | Auffälligkeiten |
|---|---|---|---|
| Tefal Excellence | 17,5 / 20 | 52 € | keine messbaren PFAS, sehr robust |
| Ikea Hemkomst | 17 / 20 | 20 € | sehr gut für Crêpes, günstiger Preis |
| Cristel Excelliss+ | 15,8 / 20 | 95 € | hochpreisig, gute Gesamtleistung |
| Beka Mandala | 5,8 / 20 | – | mehrere PFAS, schwache Haltbarkeit |
| Zanetti Pietra Rara | 7,8 / 20 | – | schnell sichtbares Metall nach Abrieb |
Welche Bedeutung die Testergebnisse im Küchenalltag haben
Für viele Haushalte kann der Test die Debatte über beschichtete Pfannen etwas entspannen. Wer eine gut bewertete Pfanne ohne nachweisbare PFAS verwendet, kann weiterhin nahezu fettfrei braten, ohne beim Blick in die Pfanne ständig ein ungutes Gefühl haben zu müssen.
Das Verbrauchermagazin beschreibt den Einsatz bestimmter Stoffe während der Produktion mit dem Bild eines Klebers: Er hält das empfindliche Konstrukt bei der Herstellung zusammen, soll im fertigen Produkt aber praktisch keine Bedeutung mehr haben. Genau das prüfen die Laboranalysen: Gelangt dieser „Kleber“ später tatsächlich in die Lebensmittel, oder bleibt er fest im Material gebunden?
Bei der Tefal Excellence liefern die Messwerte eine eindeutige Antwort: Die untersuchten Stoffe gingen im Test nicht in relevanten Mengen auf die Speisen über.
Beschichtung richtig pflegen
Auch eine hochwertige Pfanne ist nicht unbegrenzt haltbar. Durch die passende Pflege kann ihre Nutzungsdauer jedoch merklich steigen. Die Fachleute aus dem Test nennen mehrere konkrete Hinweise:
- Die Pfanne niemals leer stark erhitzen, sondern stets etwas Öl oder Flüssigkeit hineingeben.
- Sehr hohe Temperaturen vermeiden, besonders auf Gas- und Induktionskochfeldern.
- Ausschließlich Küchenhelfer aus Holz oder Kunststoff nutzen und keine Metallwender verwenden.
- Keine kalte Flüssigkeit in eine noch glühend heiße Pfanne geben.
- Auf Scheuerschwämme und stark abrasive Reinigungsmittel verzichten.
Sobald tiefe Kratzer entstehen oder der Metallboden sichtbar wird, sollte die Pfanne ersetzt werden. In diesem Zustand kann sich die Beschichtung ablösen, außerdem lässt die Antihaftwirkung ohnehin nach.
PFAS: Was dahintersteckt und wie Verbraucher sich schützen
PFAS bezeichnet eine große Gruppe von Chemikalien mit außergewöhnlicher Stabilität. Genau diese Eigenschaft macht sie für die Industrie attraktiv: Sie widerstehen Fett, Wasser und hohen Temperaturen. In der Umwelt werden sie jedoch kaum abgebaut, können sich anreichern und stehen deshalb zunehmend in der Kritik.
Für Verbraucher sind vor allem zwei Fragen relevant: Wie hoch ist die tatsächliche Belastung durch ein bestimmtes Produkt, und gibt es Alternativen ohne nennenswertes Risiko? Der aktuelle Vergleich zeigt, dass durchaus Antihaft-Pfannen erhältlich sind, bei denen problematische Stoffe gar nicht oder lediglich in kleinsten Spuren nachweisbar sind.
Wer beim Kauf besonders vorsichtig sein möchte, sollte auf folgende Punkte achten:
- Nachvollziehbare Herstellerangaben zur Art der Beschichtung.
- Verlässliche Tests von Verbrauchermagazinen oder unabhängigen Laboren.
- Keine überzogen vollmundigen Werbeaussagen ohne verständliche Belege.
Daneben lohnt sich der Blick auf andere Pfannenarten: Gusseisen- und Edelstahlpfannen benötigen keine klassische Antihaftbeschichtung, verlangen aber mehr Erfahrung und in der Regel etwas mehr Fett. Keramikpfannen gelten ebenfalls häufig als Alternative, erreichen im Alltag allerdings teilweise eine deutlich geringere Lebensdauer als hochwertige PTFE-Modelle.
Die aktuelle Bewertung der Tefal Excellence setzt damit ein deutliches Zeichen: Antihaftwirkung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien müssen kein Widerspruch sein. Ausschlaggebend ist, wie sorgfältig Hersteller produzieren und wie kritisch unabhängige Stellen die Resultate kontrollieren.
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