Kann ein Gaming-Stuhl ein Verbündeter für den Rücken sein? Genau das soll der neue Razer Iskur V2 NewGen erreichen. Seine Besonderheit: eine integrierte und verstellbare Lordosenstütze. Ich habe ihn einen Monat lang genutzt – hier sind meine Eindrücke.
Gaming-Stühle wirken attraktiv. Hersteller heben gern ihre aggressive, an Sportwagen erinnernde Formgebung, ihre umfangreichen Verstellmöglichkeiten und hochwertigen Materialien hervor. Hinter dieser glänzenden Fassade verbergen sich allerdings oft Sessel, die weder besonders bequem noch zuverlässig sind. Razer will mit seinem Iskur V2 NewGen mit diesem Klischee brechen.
Um zu überzeugen, setzt die Marke mit den drei Schlangen auf Komfort durch eine integrierte Lordosenstütze. Statt eines kleinen abnehmbaren Kissens gibt es hier eine echte Unterstützung für den unteren Rücken. Ergänzt wird sie durch eine atmungsaktive Sitzfläche und ein zurückhaltendes Design. Einen Monat lang konnte ich den Stuhl im Alltag verwenden. Das passt gut: Ich ärgere mich häufig über Sitze, die auf „cool“ machen, dem Rücken aber mehr schaden als helfen. Hier ist mein Erfahrungsbericht.
Schneller Aufbau
Die erste Herausforderung liegt auf der Hand: Der Gaming-Stuhl muss montiert werden. Bei Produkten dieser Art rechnete ich damit, mindestens eine Stunde mit Unterstützung einer weiteren Person zu verbringen. Umso überraschender war, dass ich den Iskur V2 allein in exakt 20 Minuten aufbauen konnte. Die Montage bringt keine besonderen Schwierigkeiten mit sich: Razer reduziert die Zahl der Bauteile und legt eine verständliche Anleitung bei. Das ist keineswegs nebensächlich, denn bei vielen Gaming-Stühlen muss man sich durch unklare Aufbauanleitungen kämpfen.
Nach dem Aufbau steht ein ausgesprochen massiver Sessel vor einem: knapp 30 Kilogramm Gewicht, 1,40 Meter Höhe und 70 Zentimeter Breite. Er richtet sich eindeutig an Nutzer mit ausreichend Platz. Wer nur einen schmalen Schreibtischbereich hat, sollte lieber zu einem kompakteren Stuhl greifen. Die maximale Belastbarkeit liegt bei 130 Kilogramm, auch wenn natürlich nicht zwei Personen gleichzeitig darauf sitzen sollten.
Was bietet der Iskur V2 NewGen?
Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Ausstattung. Razers Stuhl bringt mehrere interessante Funktionen mit und bietet zunächst die üblichen Einstellmöglichkeiten. Über einen Hebel rechts unter dem Sitz lässt sich die Höhe um 20 Zentimeter verstellen, der linke Hebel arretiert die Neigung. Auch die Armlehnen können in der Höhe angepasst und gedreht werden. Alles also recht klassisch.
In mehreren Punkten hebt sich der Iskur von der Konkurrenz ab. Die Rückenlehne lässt sich bis zu 152 Grad nach hinten neigen, was sich hervorragend für ein kurzes Nickerchen am Schreibtisch eignet. Die Sitzfläche besteht aus Memory-Schaum und ist mit atmungsaktivem Kunstleder überzogen. Die Lordosenstütze ist fest integriert und nicht als abnehmbares Kissen ausgeführt. Darüber hinaus kann sie mithilfe seitlicher Bedienelemente sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe eingestellt werden. Das klingt alles gut, doch Theorie zählt wenig, wenn der Praxistest im Sitzen folgt.
Meine Erfahrung mit dem Razer Iskur V2 NewGen
Ich bin kein Freund von Gaming-Sesseln. Hinter ihrer auffälligen Optik steckt häufig wenig Komfort. Beim Iskur und seiner integrierten Lordosenstütze war ich dennoch wirklich neugierig. Mein erster Eindruck war katastrophal: Die Rückenstütze stand extrem weit hervor, drückte unangenehm in den Rücken und zwang mich in eine wenig überzeugende Haltung. Dieses unangenehme Gefühl machte die Vorzüge der Sitzfläche zunächst völlig zunichte.
Nach einigen Anpassungen fand ich schließlich eine passende, wenn auch nicht perfekte Einstellung für die Lordosenstütze. Mit der Zeit lernte ich sie jedoch zu schätzen. Der Test führte mir vor allem eines vor Augen: Auf einem Bürostuhl sitze ich schlecht – zusammengesackt vor einem Bildschirm, an dem ich unzählige Stunden verbringe.
Was anfangs störte, erweist sich als perfekte Stütze, um endlich eine korrekte Sitzhaltung einzunehmen. Natürlich verhindert sie jede lässigere „Entspannungsposition“, doch genau das ist wohl besser so. Man kann kein störendes Kissen abnehmen und sich nicht einfach hängen lassen – der Stuhl lässt es nicht zu. Das Niveau eines ergonomischen Stuhls für mehr als 1.000 Euro erreicht er nicht, doch der Iskur V2 NewGen bietet guten Halt – und nicht mehr. Wünschenswert wären weitergehende Anpassungsmöglichkeiten gewesen, etwa dass sich die Stütze vollständig in die Rückenlehne versenken lässt. Das ist nicht möglich, daran muss man sich gewöhnen.
Der grosse Vorteil von Razers Stuhl ist die Sitzfläche. Die Marke wirbt mit atmungsaktivem Kunstleder. Das Ergebnis: Durch dieses Material schwitzen die Oberschenkel weniger, selbst an heissen Tagen. Zwar gab es während des Tests leider keine Hitzewelle, um diesen Punkt gezielt zu prüfen, doch auch nach langen Sitzphasen verspürte ich keinerlei Beschwerden. Leder – oder Kunstleder – ist direkt auf der Haut normalerweise unerquicklich: Es klebt und wird feucht. Während meines einmonatigen Tests war das nicht der Fall.
Ausserdem gefällt mir, wie leicht sich das Material reinigen lässt. Ein Fleck? Einmal mit dem Schwamm darüber, und er ist weg. Getestet und bestätigt. Weitere „Funktionen“ wie die neigbare Rückenlehne und die Memory-Schaum-Kopfstütze weiss ich ebenfalls zu schätzen. Für einige Nickerchen habe ich sie genutzt, und diese waren erholsam. Der Stuhl zeigt keinerlei Anzeichen von Schwäche. Auch eine kräftig gebaute Person wie ich findet darauf bequem Platz. Daran gibt es nichts auszusetzen.
Nach einem Monat Nutzung habe ich diesen Razer Iskur V2 NewGen ins Herz geschlossen. Er ist nicht perfekt, bietet aber eine angenehme Sitzfläche. Dank ihm achte ich stärker auf meine Haltung – nicht nur zu Hause, sondern auch auf meinem Stuhl in der Redaktion. Der Iskur ist eine echte Stütze, die zu einer korrekten Sitzposition erzieht, auch wenn er nicht so wirksam und angenehm ist wie ein eigens dafür entwickelter ergonomischer Stuhl.
Wird er mir fehlen? Ein wenig, das muss ich zugeben. Mein gewöhnlicher Stuhl ist im Alltag deutlich komfortabler, doch die verstellbare Lordosenstütze von Razers Sessel werde ich vermissen. Keine Sorge: Künftig werde ich trotzdem darauf achten, nicht mehr zusammengesackt zu sitzen. Es handelt sich also um ein hochwertiges Produkt, das zeigt, dass Razer im Bereich Gaming-Stühle die nötige Reife erreicht hat.
Der Razer Iskur V2 NewGen ist in vier Farben erhältlich – Grün/Schwarz, Schwarz, Rosa und Grau – zum Preis von 699 Euro. Für einen Stuhl dieser Art mit ergonomischem Anspruch ist das ein stimmiger Preis. Ausserdem gibt es eine „Light“-Version ohne Lordosenstütze für 399 Euro.
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699 Euro
Fazit
7.5/10
Das gefällt uns
- Gute Rückenunterstützung
- Komfortabel
- Atmungsaktives Kunstleder
- Robust
Das gefällt uns weniger
- Teuer
- Lordosenstütze anfangs unangenehm
Razer Iskur V2 NewGen kaufen
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